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Folgenden Kommentar habe ich irgendwann gelesen
und meine, gerade Bergsteiger sollten drüber mal nachdenken.

 

...........................Wer ankommt, ist noch längst nicht da ......................


Mobil leben, heißt heute wenig Zeit haben. Kaum ist das Boot vom Steg,
soll der See schon überquert sein. Die Fahrt im Auto? Eine beständige
Flucht vor der Langsamkeit. Der Flug über Kontinente? Jede Minute Ver-
spätung ärgert uns.
Losfahren heißt,ans Ankommen denken. Und nur daran. Zeit ist Geld,
lautet die Rechtfertigungsformel und bezeichnet doch nur hilflos den Ver-
lust. Den Verlust an Lebensqualität, an Selbstbesinnung und an der Fähig-
keit, im besten Sinne bei sich zu sein.
Neidvoll erinnern wir uns an die Zeit, als Menschen beispielsweise acht
Tage lang auf riesigen Schiffen den Atlantik überqueren durften. Mit dem
Verschwinden der Heimat am Horizont nahmen sie Abschied und gaben
sich selbst die Chance, zu verstehen, was geschieht.
Die eine Welt blieb zurück und nach Tagen, tauchte eine neue allmählich
am Horizont auf. Langsamere Annäherung an das Neue, Erwachen der Neu-
gier, schauen und begreifen. Und denen, die daheim blieben, ging es nicht
anders. Sie standen am Kai und schauten dem kleiner werdenden Schiff
hinterher. Manchmal so lange, bis es ganz verschwunden war. Auf vergilb-
ten Fotos sieht man sie heute rührend ihre Taschentücher schwenken. Ab-
schied nehmen hieß das und war tatsächlich ein bewusster Vorgang.
In der Supersonic-Welt von heute ist dafür kein Platz. Die Vorstellung,
dass 250 Menschen knapp unterhalb der Schallgeschwindigkeit die Ent-
fernung zwischen Kontinenten überwinden, hat nicht nur aus aktuellen
Sicherheitsgründen ihren Schrecken. Wer dann ankommt, ist in Wahrheit
mental noch nicht weiter als am Ende der Startbahn.
Man sieht viel und begreift wenig. Doch das wirklich mobile Leben ist
anders. Mobiles Leben heißt sich Zeit zu nehmen. Das kann man auch
heute.