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Skitourengeher Es könnte alles so einfach sein: Der Bügel schwingt von hinten heran, wird unter die Gesäßbacken geklemmt und zieht den müden Körper sanft über die Liftspur den Berg hinauf. Doch warum diese technischen Errungenschaften nutzen, wenn mit Muskelkraft das gleiche erreicht werden kann? Schweiß und Mühe sind unvermeidbare und durchaus willkommene Begleiter einer Skitour. An sonnigen Wintertagen und im Frühjahr, wenn butterweicher Firn die Hänge bedeckt, ziehen sie ihre Spuren im Schnee. Weit abseits der Pisten, ohne vorgegebene Route, unabhängig von Ort und Zeit arbeiten sie sich gemächlich voran, Meter für Meter. Sie kennen nur eine Richtung: bergauf. Und nur ein Ziel: den Gipfel. Dabei pumpt das Herz in immer hektischeren Schlägen Blut durch die Adern. Der Atem keucht, die Muskeln brennen, die Blasen an den Füßen schmerzen. Die Kleidung klebt feucht am Körper. Doch Wehklagen ist nicht die Sache des Tourengehers. Ganz im Gegenteil. Er ist entzückt, je steiler der Hang wird und setzt mit Wonne und äußerster Präzision die Spitzkehren in den Schnee. Warum nur all die Qual? Die Antwort weiß nur, wer's schon mal ausprobiert hat - wer am Gipfel stand, mit Weitblick die Bergwelt besah und schließlich einsame Schwünge in den unberührten Pulverschnee zog. (Februar 2000 aus Süddeutsche Zeitung). |